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Luftgewehrschützen beim Abschlusswettkampf der 2. Bundesliga

Mit einem Sieg und einer Niederlage beendeten die Jüterboger Luftgewehrschützen die diesjährige Saison in der 2. Bundesliga Ost. Zum Saisonfinale trafen sich alle 8 Teams am Landesstützpunkt in Frankfurt/Oder um jeweils die letzten beiden Wettkämpfe zu bestreiten. Für die Flämingstädter ging es in erster Linie darum, sich von dem Relegationsplatz fernzuhalten. Nach 3 Wettkampftagen lag man auf Platz 6 punktgleich mit dem auf dem Relegationsplatz liegenden PSV Olympia Berlin. Ausgerechnet gegen die Berliner musste man im ersten Wettkampf antreten.

Hier konnte sich die an Position 1 gesetzte Madeleine Asmussen gegen Jasmin Zipfel mit starken 391 zu 384 durchsetzen. Asmussen, die dem Team nur für den ersten Wettkampf zur Verfügung stand, holte so einen wichtigen Einzelpunkt. Der erfahrene Sebastian Kienast musste sich im Duell an Position 2 Frank Ruthsatz knapp mit 386 zu 390 geschlagen geben. In ausgezeichneter Wettkampfform zeigte sich Maria Antonia Kanzler. Die Juniorin schoss im Schnitt 2 Zehner mehr pro Serie, als Gegnerin Varvara Antonova. Mit 393 zu 385 holte sie den 2. Punkt für das Jüterboger Team. Im Match zwischen Joline Ziegert und Jennifer Graske sah es lange Zeit sehr ausgeglichen aus. Doch nach etwa der Hälfte des Wettkampfprogramms konnte Ziegert etwas zulegen und sich mit 378 zu 372 behaupten. Durch den dritten Einzelsieg waren wichtige 2 Mannschaftspunkte eingefahren. In der letzten Partie erreichte Alexander Schröder gute 380 Ringe. Sein Gegner Benjamin Gramsch kam in einem sehr engen Duell auf 377. Vor allem während der 3. Serie hatte sich Schröder leicht absetzen können. Für ihn war es der 4. Einzelsieg in dieser Saison. Nach dem 4:1 Sieg konnte man erstmal durchatmen, der große Druck war weg, denn die punktgleichen Dresdner hatten sich gegen Gölzau eine 0 zu 5 Packung abgeholt.

Für die beste Leistung in dieser Bundesliga Saison sorgte der für die Giebichensteiner SGi Halle startende Tscheche Frantisek Smetana. Im Topduell mit Isabel Vaorin von der SG Berlin & Charlottenburg brachte Smetana alle 40 Schüsse in die Zehn und siegte eindrucksvoll mit 400 zu 383.

Im letzten Wettkampf in dieser Saison musste man gegen Gölzau II antreten. Die Tabellenzweiten zeigten sich in dieser Saison sehr stark, was auch die Flämingstädter zu spüren bekamen. Nun an 1 gesetzt, mühte sich Sebastian Kienast gegen Lina Lipinski. Mit 380 hatte er seine niedrigste Saisonleistung erzielt. Gegen die 391 von Lipinski war nichts zu machen. Für den Jüterboger war es eine unglückliche Saison. Obwohl ordentliche Resultate bis zu 389 Ringe erzielt wurden, verlor er alle 7 Einzelbegegnungen. Maria Antonia Kanzler steigerte sich sogar noch auf 394 Ringe und erzielte im Duell mit Linda Bauer 384 das beste Einzelergebnis der Jüterboger in dieser Saison. Die erste und dritte Serie beendete sie mit jeweils 100 Ringen. Joline Ziegert ließ in ihrem Zweikampf mit Florian Wenzel zu Beginn einige Ringe liegen und konnte den Rückstand nicht mehr aufholen. Mit 381 zu 387 ging der Punkt nach Gölzau. Eine knappe 375 zu 377 Niederlage zwischen Alexander Schröder und Christian Eckner brachte die Entscheidung zugunsten der Schützen aus Sachsen-Anhalt. Bei seinem ersten Einsatz in der Saison hatte Lars Meyhak keine Probleme mit Jonas Bongartz. Ein ungefährdeter 385 zu 364 Sieg bescherte den Jüterbogern noch einen Einzelpunkt.

Mit dem Erreichen von Platz 5 konnte man zufrieden sein. Drei Siege standen 4 Niederlagen gegenüber. Den Sieg erkämpften, wie schon in der letzten Saison, die Schützen aus Halle. Stärkster Schütze der Liga wurde Smetana mit einem Schnitt von 397, 43 Ringen aus 7 Wettkämpfen.

Ergebnisse 4. Wettkampftag:

LübbenDeutschenbora0:5
HalleBerlin & Charlottenburg4:1
JüterbogPSV Olympia Berlin4:1
DresdenGölzau II0:5
DeutschenboraHalle1:4
Berlin & CharlottenburgLübben5:0
Gölzau IIJüterbog3:2
PSV Olympia BerlinDresden3:2

Abschlusstabelle:

PlatzVereinEinzelpunkteMannschaftspunkte
1Giebichensteiner SGI.-Halle27 : 0812 : 02
2SV Gölzau II23 : 1110 : 04
3SGi-Berlin & Charlottenburg19 : 1610 : 04
4Schützengilde Deutschenbora19 : 1608 : 06
5Schützengilde zu Jüterbog e.V.18 : 1606 : 08
6PSV Olympia Berlin15 : 1906 : 08
7PSSG zu Dresden16 : 1904 : 10
8SchGi zu Lübben00 : 3200 : 14

Frank Dombrowski

Bundesliga-Schützen starten mit Erfolg in die neue Saison

Nach 21 Monaten coronabedingter Bundesliga Pause, begann nun endlich für die Luftgewehrschützen der Jüterboger Gilde die neue Saison in der 2. Bundesliga-Ost. Nach dem sehr guten 3. Platz in der Saison 2019/2020 möchte man natürlich wieder vorn mitmischen. Schließlich hatte man im Abschlusswettkampf der damaligen Saison dem späteren Sieger aus Halle die einzige Niederlage beibringen können. Austragungsort war die Walther Arena des PSV Olympia Berlin. Für den ersten Wettkampf kamen alle 8 Teams nach Alt-Glienicke. Während an den folgenden 3 Wettkampftagen jeweils 2 Begegnungen auf dem Plan stehen, musste beim Auftakt nur einmal an die Feuerlinie getreten werden. Gegner der Flämingstädter waren die Dresdener Schützen. Hier hatte Trainer Frank Kanzler bereits im Vorfeld bemerkt, dass die Sachsen sehr gut aufgestellt waren und nicht zu unterschätzen seien. Die 5 Einzelbegegnungen ergaben sich wie gewohnt nach der von den Trainern gemeldeten Setzliste.

Hier standen sich an Position 3 Sebastian Kienast und Anna Maria Trischberger gegenüber. Während Kienast seiner Gegnerin nach 20 der 40 Wertungsschüsse bereits 4 Ringe abgenommen hatte, legte diese dann deutlich zu. Der Jüterboger war nach 25 Minuten wie so oft als erster Schütze fertig, hatte aus dem Kalten ohne Trainingseinheiten tolle 389 Ringe hingelegt. Als Trischberger die 3. Serie mit 99 abschloss und sich scheinbar auf die Zehn eingeschossen hatte, bemerkte der Jüterboger zu Sportleiter Frank Dombrowski „glaube es könnte zum Stechen kommen“, der die gleiche Vorahnung hatte. Bis zum letzten Schuss lag die Dresdnerin mit einem Ring vorn, doch sie schoss eine Neun, was ihr den Gleichstand bescherte. Vor dem Stechen blickte man aber gespannt auf die Resultate der Teamkollegen. Alexander Schröder hatte sich an Position 5 den ersten Jüterboger Punkt gesichert. Im Duell gegen Elke Frohberg gab es einen klaren 376 zu 369 Erfolg. Mit einer optimalen 10,9 (Teiler 8) beendete er seinen ersten Wettkampf in dieser Saison. An 2 gesetzt, musste Joline Ziegert gegen Jessica Grafe antreten. Hier sah es lange nach einer knappen Entscheidung aus. Mit 98 und 99 optimal gestartet, klappte in der 3. Serie überraschend fast gar nichts mehr. Mit einer Acht beendete sie die schwache 91er Serie. Während Grafe ihren hohen Schnitt im gesamten Verlauf halten konnte, kam Ziegert mit starken 99 zurück. Doch es hatte nicht mehr gereicht. Mit 387 zu 389 verlor die Juniorin die Partie und der Punkt ging nach Dresden. Im Spitzenduell traf Madeleine Asmussen auf Anne Kowalski. Die Dresdnerin, die deutlich schneller schoss, erreichte 387 Ringe. Da hatte Asmussen noch 14 Schüsse abzugeben. Die Teammitglieder rechneten fleißig mit. Nach 97, 98, 97 würde eine 96er zum Punktgewinn reichen. Doch sie behielt über das gesamte Match ihren Schnitt bei, beendete mit 98 und 390 Ringen, dem höchsten Jüterboger Resultat an diesem Tag, ihren Wettkampf. Auch Maria Antonia Kanzler zeigte sich in sehr guter Form. Nach Serien zwischen 95 und 98 hatte sie ihre Führung im Duell mit Thomas Bienengräber nicht mehr abgegeben. Ein ungefährdeter 386 zu 380 Sieg brachte den Jüterbogern den so wichtigen 3. Einzelpunkt.

Da stand aber noch ein Stechen aus. Obwohl der ganz große Druck durch den Gesamtsieg nicht mehr vorhanden war, ging es für Sebastian Kienast noch um einen Einzelpunkt. Beim Stechschuss gegen Anna Maria Trischberger begann der ganze Körper zu wackeln. Innere Unruhe machte sich breit. So eine Erfahrung hatte er zuletzt vor mehr als dreieinhalb Jahren in einer Partie gegen eine Berliner Schützin gemacht, und sich trotzdem durchsetzen können. Diesmal schoss er wieder sehr schnell, wollte den Schuss unbedingt rausbringen. Eine Neun. Trischberger dagegen traf die Zehn und holte für ihr Team den 2. Punkt. Die Jüterboger zeigten eine ausgeglichene Mannschaftsleistung. Hohe Ergebnisse brachten sie auf 1928 Gesamtringe. Nur Halle mit 1939 war an diesem Tag stärker.

Das Top Ergebnis des Tages schoss Frantisek Smetana für die favorisierte Giebichensteiner SG Halle. Im Duell gegen das 2. Brandenburger Team, der SG zu Lübben, erreichte der 23-Jährige Tscheche 398 Ringe. Nach dem 5:0 Sieg führen die Hallenser die Tabelle an. Der nächste Wettkampftag findet in 2 Wochen an gleicher Stelle statt. Hier warten Deutschenbora, die diesmal erst im Stechen gegen Berlin & Charlottenburg eine knappe Niederlage einstecken mussten, und Halle auf die Jüterboger.

Ergebnisse 1. Tag:

Gölzau II                                              –              PSV Olympia Berlin                         1:4

Lübben                                                –              Halle                                                  0:5

Berlin & Charlottenburg                     –              Deutschenbora                               3:2

Dresden                                              –              Jüterbog                                             2:3

Tabelle:

Platz Verein Einzelpunkte Mannschaftspunkte
1 Giebichensteiner SGI.-Halle 05 : 00 02 : 00
2 PSV Olympia Berlin 04 : 01 02 : 00
3 SGi-Berlin & Charlottenburg 03 : 02 02 : 00
4 Schützengilde zu Jüterbog e.V. 03 : 02 02 : 00
5 PSSG zu Dresden 02 : 03 00 : 02
6 Schützengilde Deutschenbora 02 : 03 00 : 02
7 SV Gölzau II 01 : 04 00 : 02
8 SchGi zu Lübben 00 : 05 00 : 02

Frank Dombrowski

Jüterboger Schützen beim 24 Stunden Schießen

Zu einem Wettkampf der besonderen Art lud der PSV Olympia Berlin Druckluftschützen in die Walther Arena nach Alt-Glienicke ein. Zum wiederholten Mal fand dort ein Schießen statt, das am Samstag um 12 Uhr begann und Sonntag 12 Uhr endete. Auf Grund der begrenzten Standkapazität ließ der Veranstalter 9 Gewehr- und 13 Pistolenteams zu. Hier war es sinnvoll eine schnelle Anmeldung abzugeben, denn die Startplätze waren begehrt. Jeweils 2 Starter bildeten ein Team, das sich für die Wertung einen speziellen Namen einfallen lassen musste. Kurz vor Start reduzierte sich das Feld, da 2 Pistolenteams nicht anreisten. Nicht nur einheimische Schützen wollten dabei sein, auch Teilnehmer aus Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt hatten gemeldet. Da die Bundesliga vom DSB bereits abgesagt wurde, konnten einige der stärksten Jüterboger Luftgewehrschützen diesen Marathon Event nutzen, um viel Wettkampfpraxis zu bekommen. Jedes Paar musste 16 Wettkämpfe im 90 Minuten Abstand bewältigen. Immer abwechselnd, über den ganzen Tag verteilt ging jeder Teilnehmer 8 Mal an den Start, um möglichst viele Ringe für sein Team zu erkämpfen. Während die Gewehrschützen im Modus der Zehntelwertung schossen, wurden bei den Pistolenschützen nur ganze Ringe gezählt. Dieser Wettkampf wurde auch dazu genutzt, sich zeitgleich am Walther Meython Cup zu beteiligen, einem weltweiten Preisschießen, das über fast 3 Monate geht.

Im Team „Die blinden Gänger“ traten Sebastian Kienast und Fabian Henze an. Kienast kam nach einer eher unterdurchschnittlichen 94er Startserie überraschend gut in den Wettkampf hinein, steigerte sich nach 99, 98 und 99 auf tolle 390 Ringe (ohne Zehntel). Auch in den nächsten Stunden behielt er sein Niveau bei und schoss auch im 2. und 3. WK dieses Resultat. Da lag er sogar kurzeitig an der Spitze der Einzelwertung. Fabian Henze erreichte zu Beginn 370, 369 und 364 und zeigte in etwa seinen derzeitigen Leistungsstand. Auf einem guten Weg ins Vorderfeld waren auch Madeleine Asmussen (389, 389, 382) und Maria Antonia Kanzler (384, 386, 383) vom Team „Guns in Red“.

Die Verantwortlichen hatten den Wettkampf sehr gut organisiert. Auf die Einhaltung der Corona Regeln achtete man schon bei der Ausschreibung, in dem man unnötige Ansammlungen von Betreuern, Trainern und Fans vermied. Für die Schützen, die ohnehin schon durch die körperliche Belastung der Wettkämpfe gefordert waren, kam hinzu, dass sie nur im Schützenstand die Maske ablegen durften. Für einen Luftaustausch während des Schießens wurde gesorgt, in dem die Türen zur Schießhalle weit geöffnet wurden. Alle Wettkämpfe wurden mit Musik begleitet. Moderator Michael Wischnewsky führte in seiner gewohnt lockeren Art durch die 24 Stunden. Immer wieder nahm er das Mikro in die Hand und verkündete Zwischenstände, berichtete von Schnapszahlen oder erste Treffer in der 10,9 die erzielt worden sind. So bekamen fast alle Schützen zwischenzeitlich kleine Aufmerksamkeiten wie etwa Safepacks für Diaboloschachteln oder Visierschirme die von Sponsoren bereitgestellt wurden. Für die Nacht hatte der Veranstalter kostenlose Hühnersuppe und Getränke bereitgestellt. Viele nutzten aber den Pizza Service. Als in der Nacht die Lichtanlage auf Nachtmodus gestellt wurde, war es für alle eine extreme Umstellung, hatte aber auch etwas Interessantes an sich. So hatte wohl kaum jemand schon einmal geschossen. Auch die Musik wurde der Nacht angepasst. In den Wettkampfpausen versuchten einige Schützen direkt auf Schlafmatten in der Halle Ruhe zu finden, andere stellten sich Wecker und blieben im Auto.

Kienast, der zwischenzeitlich nur wenige Ringe zu den vorangegangen 40 Schuss Programmen einbüßte, musste erst in den letzten beiden Wettkämpfen der außergewöhnlichen Belastung Tribut zollen. Mit 382 Ringen zum Schluss, erzielte er während der 8 Wettkämpfe einen 386,5er Schnitt. Die letzten 10 Schüsse des letzten Wettkampfes wurden als Finale geschossen. Hier erreichte er mit 102,0 (98) die drittbeste Leistung im Feld. In der Gesamtwertung reichte es für ihn zum 5. Platz. Mit 3241,1 Ringen hatte er die beste Jüterboger Leistung erzielt. Hier fehlten nach 320 Wertungsschüssen nur 14 Ringe auf den 3. Platz. Nach dem Wettkampf bemerkte er: „Ich hätte lieber schlechter angefangen und besser aufgehört“. Asmussen, die zuletzt gute 387 Ringe erreichte, hatte schon in ihrem 4. WK mit 391 das beste Einzelresultat im Flämingstädter Team erzielt. Nach Zehntelwertung platzierte sie sich mit 3234,7 Ringen auf Rang 6. Kanzler sicherte sich mit ihren 383 Ringen zum Schluss den 10. Platz. Sie kam auf 3202,9 Ringe. Henze, hatte sein Ziel erreicht, nur nicht letzter zu werden. Mit 359 rutschte er bei seinem letzten WK zwar knapp unter den Neuner Schnitt, konnte aber mit 3052,5 den 15. Platz erkämpfen.

Den Sieg errang Maxi Reuter 3270,6 von der SG Deutschenbora vor Frank Ruthsatz 3257,5 vom gastgebenden Verein und Janett Reuter 3255,1 aus Deutschenbora. In der Teamwertung errangen die „Guns in Red“ mit 6437,6 den 3. Platz. Was für ein toller Erfolg.  Es siegte das „Team Reuter“ mit 6525,7 und großem Vorsprung vor den NBSG Schützen „Die 9,9er“ mit Annica Höftmann und Jost Schülke 6457,7. „Die blinden Gänger“ landeten mit 6293,7 auf Rang 7.

Einen unvergesslichen Wettkampftag erlebte Thomas Oberheide von der niedersächsischen SSG Deister. Da sein Teamkollege kurz vor dem Wettkampf wegen Krankheit absagen musste, entschloss er sich dazu, auch die Wettkämpfe seines Teamkollegen zu schießen. So ging der arme Kerl 16 Mal infolge an den Start. Mit Platz 12 und 13 im Einzel und Platz 6 in der Gesamtwertung hat er sich achtbar geschlagen. Bei den Pistolenschützen setzte sich der Potsdamer Wolfgang Geppert mit 13 Ringen Vorsprung vor seinem Teamkollegen Christian Kenklies durch. „Die Potsdamer Rookies“ siegten auch in der Teamwertung mit mehr als 100 Ringen Vorsprung vor dem Prenzlauer Team „Das Wunder“ mit Andreas Schmidt und Christian Jauert.

Ein erlebnisreicher Wettkampf, der sicher für die meisten noch lange in Erinnerung bleiben wird, ging am ersten Wochenende im Oktober mit der würdevollen Siegerehrung zu Ende.

Frank Dombrowski

Bundesligaschützen mit tollem Abschluss

Die Jüterboger Luftgewehrschützen beendeten die Saison in der 2. Bundesliga Ost mit dem hervorragenden 3. Platz. Nach dem man am vorletzten Wettkampftag in Berlin gegen Deutschenbora die erste Niederlage der Saison einstecken musste, hatte man sich kaum mehr als eine Mittelfeldplatzierung zum Saisonende vorstellen können. Denn am letzten Tag in Frankfurt/Oder, warteten mit Halle und dem PSV Olympia Berlin die stärksten Mannschaften der Liga auf die Flämingstädter. Hier gab es Hoffnungen, sich aufgrund der bisher gezeigten Leistungen dieser Teams, vielleicht doch den einen oder anderen Einzelpunkt zu holen. Trainer Frank Kanzler konnte auf die gewohnte Mannschaftsstärke setzen. Lediglich Stammschütze Sebastian Kienast war verhindert.

In der ersten Partie ging es gegen die Schützen aus der Hauptstadt. Hier traf im Topduell Madelaine Asmussen auf Frank Ruthsatz, dem drittstärksten Schützen der Liga. In einem hochklassigen Match konnte sich der Berliner knapp mit 392 zu 390 durchsetzen. Keine Chance hatte Joline Ziegert in ihrer Partie gegen die erfahrene Anne Kowalski. Die 16-Jährige hatte schon nach der Hälfte des Programmes einen 9 Ringe Rückstand. Zum Schluss hin konnte Kowalski sogar noch zulegen, schoss mit 2×99 Ringen aus und siegte klar mit 394 zu 380. Auch im 3. Duell war ein Klassenunterschied zugunsten des PSV sichtbar. Hier musste Maria Antonia Kanzler gegen Jay Ravani antreten. Der 20-Jährige Inder, ließ nichts anbrennen. Auch er schoss mit starken 2×99 Ringen aus und gewann deutlich 390 zu 377. Im 4. Match sollte es doch spannender werden. Lars Meyhak hatte es mit Jennifer Graske zu tun. Die Berlinerin kam besser in die Partie, konnte sich schon nach den ersten 10 Schüssen einen 5 Ringe Vorsprung erarbeiten. Meyhak holte im weiteren Verlauf auf. Am Ende reichte es für den Wusterhausener jedoch nicht mehr. Knapp siegte Graske mit 378 zu 377 und holte den 4. Punkt für ihr Team. In der laut Setzliste 5. Begegnung sollte es dann doch den erhofften Einzelpunkt geben. Hierbei profitierte Alexander Schröder von einem Fehler seiner Gegnerin. Gleich in der 1. Serie löste sich bei Stefanie Brandes ein Schuss zu früh. Eine Zwei war die Folge. Schröder steigerte sich von Serie zu Serie und siegte mit 374 zu 368.

Danach wartete mit der Giebichensteiner Gilde aus Halle, die in der 1. Begegnung Gölzau II mit 4 zu 1 besiegten, der bis zu diesem Zeitpunkt ungeschlagene Spitzenreiter auf die Flämingstädter. Auf den ersten 4 Positionen änderte sich nichts, nur Thomas Schulze wurde vom Trainer neu in die Mannschaft berufen. Der topgesetzte Tscheche Vaclav Haman, der seit vielen Jahren in der 2. Bundesliga aktiv ist, sicherte den Hallensern den 1. Punkt durch einen 391 zu 380 Erfolg über Madeleine Asmussen. Der Jüterboger Nr.1 passierte zu Beginn ein Missgeschick, die Schachtel mit den Diabolos fiel herunter. Als dann auch noch einer der ersten Schüsse rechts tief in die Drei abrutschte, war die Serie und damit das Match praktisch schon gelaufen. Ein knappes Duell lieferten sich Joline Ziegert und Janett Reuter. Reuter, war von der Papierform her favorisiert, denn sie konnte alle bisherigen 6 Matches über der 390er Marke beenden. Ziegert steigerte sich zu ihrem ersten Wettkampf deutlich und lag zu jeder Zeit vorn, wenn auch nur mit einem hauchdünnen Vorsprung. Mit dem höchsten Jüterboger Resultat des Tages bezwang sie Reuter mit 391 zu 387 und bescherte ihrem Team den 1. Punkt. Absolut chancenlos war Lars Meyhak (376) gegen Nina-Marie Thiede. Die Hallenserin stellte mit 393 ihre Saisonbestleistung ein, schoss in der 2. Serie eine perfekte 100 und holte den nächsten Einzelpunkt. Als Thomas Schulze im Match gegen Laura Both nach 30 Schüssen mit einem Ring vorn lag, machte sich Optimismus im Team breit. Nach einem tollen Endspurt und 99 Ringen in der Abschlussserie gewann Schulze 383 zu 379 und führte den Ausgleich herbei. Sollte hier tatsächlich der große Favorit noch straucheln? Als nur noch Maria Antonia Kanzler an der Feuerlinie stand, hatte ihr Gegner Kai Jaugsch den Wettkampf bereits beendet. Auch dieses Duell verlief lange Zeit sehr ausgeglichen. Beide schossen in den ersten beiden Serien jeweils 95 Ringe. Dann konnte sich Kanzler im 3. Abschnitt dank einer 99 einen 4 Ringe Vorsprung erarbeiten. Jaugsch schoss schneller und ging mit 383 vom Stand. Die Juniorin behielt die Nerven schoss mit 97 aus und erreichte 386 Ringe. Ihr fünfter Einzelerfolg in dieser Saison brachte dem Jüterboger Team einen nicht für möglich gehaltenen Sieg und dem Gegner doch eine empfindliche Niederlage. Was für ein gelungener Abschluss der diesjährigen Saison.

Fünf Siegen standen nur 2 Niederlagen gegenüber. Nach dem man im letzten Jahr noch auf Platz 5 landete, erkämpfte man sich nun den 3. Platz. Sieger Halle und der zweitplatzierte PSV Olympia nehmen Ende Januar in Hannover am Aufstiegswettkampf zur 1. Bundesliga teil. Aus der 2. Liga scheidet der brandenburgische SV Bötzow ohne Punktgewinn aus. Die Nordberliner Schützengemeinschaft geht in die Relegation.

Ergebnisse 4. Wettkampftag:

Deutschenbora Bötzow 04:01
NBSG Berlin & Charlottenburg 02:03
Halle Gölzau 04:01
PSV Olympia Jüterbog 04:01
Bötzow NBSG 02:03
Berli & Charlottenburg Deutschenbora 02:03
Gölzau Berlin 01:04
Jüterbog Halle 03:02

 

Endstand:

Platz Verein Einzelpunkte Mannschaftspunkte
1 Giebichensteiner SGI.-Halle 29 : 06 12 : 02
2 PSV Olympia Berlin 24 : 11 12 : 02
3 Schützengilde zu Jüterbog e.V. 20 : 15 10 : 04
4 Schützengilde Deutschenbora 18 : 17 08 : 06
5 SGi-Berlin & Charlottenburg 16 : 19 06 : 08
6 SV Gölzau II 15 : 20 06 : 08
7 Nord-Berliner Schützengemeinschaft 11 : 24 02 : 12
8 SV Bötzow 07 : 28 00 : 14

Optimaler Start beim Bundesliga Auftakt

Besser hätte es für die Luftgewehrschützen der Jüterboger Gilde beim Auftakt der 2. Bundesliga Saison nicht laufen können. Mit 2 Siegen schaffte man sich schon am ersten Wettkampftag ein sicheres Punktepolster. Im Landesleistungszentrum Weißandt-Gölzau trafen sich die 8 Mannschaften für die jeweils ersten beiden Wettkämpfe der neuen Saison. Viele Teams hatten sich personell verstärken können. Die Jüterboger treten auch in dieser Saison mit der gleichen erfolgreichen Mannschaft vom letzten Jahr an. Das Niveau zum Saisonstart war nicht ganz so hoch wie vor einem Jahr. So gab es 2014 noch 25 Ergebnisse die über der 390er Marke lagen. Diesmal erreichten 13 Schützen diese Marke. Ein Grund dafür war der Aufstieg der 1. Gölzauer Mannschaft in die 1. Bundesliga.

Im ersten Wettkampf ging es gegen den brandenburgischen Liga Aufsteiger Bötzow. Die in der letzten Saison stärkste im Team, Mara Schliemann, musste sich im Topduell gegen Tomislav Banjai behaupten. Mit 387 zu 380 wurde sie ihrer Favoritenrolle gerecht. Tobias Lohan lag von Anfang an im Match gegen Rick Herrmann vorn und setzte sich mit 387 zu 383 durch. Thomas Schulze sorgte mit seinen 388 Ringen für das Topresultat im Team. Gegen Bötzows Neuzugang Joachim Bremer 375 hatte er wenig Mühe. Vanessa Liebe bezwang Christian Pawlowski klar mit 386 zu 374. Den 5. Punkt für die Flämingstädter sicherte Gabi Bulla durch einen 378 zu 374 Erfolg über Hannes Klawisch.

Nach dem 5:0 Sieg und einer knapp dreistündigen Pause wartete mit Deutschenbora ein härterer Brocken auf die Schützen. Gegen diese Mannschaft hatte man in den letzten beiden Jahren jeweils knapp mit 2 zu 3 Punkten verloren. Doch diesmal sollte es anders kommen. Im Spitzenduell gab es zwischen Schliemann und Florian Wilfert bis zum Schluss ständig Führungswechsel. Erst mit den letzten Schüssen setzte sich die Nummer Eins aus Deutschenbora mit 387 zu 384 durch. An Position 2 gesetzt unterlag auch Lohan denkbar knapp mit nur einem Ring gegen Stefanie Fesel 385 zu 386. Doch die Jüterboger waren auf allen Positionen etwa gleich stark aufgestellt. Das sollte sich bei den hinteren Duellen laut Setzliste auszahlen. Thomas Schulze gewann gegen Heiko Lorenz, der unter seinen Möglichkeiten blieb, mit 386 zu 378. Vanessa Liebe steigerte sich auf sehr gute 389 und markierte das beste Jüterboger Resultat des Tages. Sie deklassierte Sylvio Lenhard 374 deutlich. Gabi Bulla legte nach ihrem Erfolg im ersten Match hoch motiviert noch einmal 7 Ringe zu. Sie gewann 385 zu 378 gegen Emilia Draßdo und sicherte ihrer Mannschaft den so wichtigen 3. Einzelpunkt.

Nach dem 3:2 Erfolg stehen die Jüterboger mit 4:0 Mannschaftspunkten hinter dem Ligafavoriten aus Halle auf dem 2. Platz im Klassement. Ausgeglichene Ergebnisse aller Schützen waren ausschlaggebend für den Erfolg am 1. Wettkampftag. Trainer Frank Kanzler hat ein schlagkräftiges Team geformt und zeigte sich nach dem Wettkampf sehr optimistisch für den weiteren Verlauf. Am 2. Wettkampftag Ende November in Berlin geht es dann gegen die bislang sieglosen Schützen aus Dresden und Jersleben. Auch hier dürften weitere Punktgewinne möglich sein. Vanessa Liebe wird dann mit einem Durchschnittsergebnis von 387,5 Ringen als topgesetzte Schützin starten.

Frank Dombrowski