DM Ordonnanzgewehr-Kienast verpasst Endkampf nur knapp

Bereits zum 5. Mal fanden in Hannover die Deutschen Meisterschaften der Ordonnanzgewehrschützen statt. An den 2 Wettkampftagen wurden die Meister in den klassenoffen ausgetragenen Wettbewerben mit offener und geschlossener Visierung ermittelt. Aus 18 Landesverbänden hatten 275 Schützen eine Startzulassung erhalten. Jedoch traten ca. 14 Prozent der Startberechtigten nicht an. Mit 10 Brandenburger Startern gab es etwas weniger als 2017. Die Jüterboger Gilde hatte sich wieder mit 2 Mannschaften für die Titelkämpfe qualifiziert. Auch der SC Schöneiche konnte wieder ein Team stellen. Die Schützen aus der Flämingstadt reisten wie gewohnt einen Tag vor den Wettkämpfen an. So konnte man in aller Ruhe die Waffenkontrolle hinter sich bringen und die Ordonnanzgewehre auf den jeweiligen Bahnen, die den Schützen für den Wettkampf zugewiesen wurden, einschießen. Am gesamten Meisterschaftswochenende hatten die Kampfrichter und Standaufsichten viel zu tun. Diese machten ihre Arbeit bravourös. Unglaublich viele durch Schützen verursachte Kreuzschüsse machten an beiden Tagen die Arbeit der Verantwortlichen nicht leicht. Auch die falsche Bedienung des Monitor Schaltpults durch die Schützen, führte oft dazu, dass in den jeweiligen Anschlagsarten oft zu viele Schüsse abgegeben wurden. Hier mussten aufwendig die Hintergrundscheiben der elektronischen Anlagen ausgewertet werden.

Am ersten Tag stand die Entscheidung mit offener Visierung auf dem Programm. Hier wurden auf 15 Bahnen in 9 Durchgängen die 6 stärksten Schützen für den Endkampf gesucht. Früh um 8 Uhr mussten die Scheiben noch beleuchtet werden, als Jörg Flemming als erster Brandenburger Starter an die Feuerlinie trat. Doch für ihn lief es nicht so gut, wie im Vorjahr. Nur magere 313 Ringe reichten hier zum 77. Platz. Der Jüterboger Sportleiter Frank Dombrowski konnte nur beim Liegendschießen überzeugen. Nach 181 Ringen fand er im Stehendanschlag (122) nicht die richtige Position und musste sich mit nur 303 Ringen zufriedengeben. Mit Platz 101 hatte er nicht gerechnet. Zum ersten Mal bei einer DM ging Sebastian Kienast in diesem Wettbewerb an den Start. Der 33-Jährige zeigte in beiden Anschlägen eine solide Leistung. Nach guten 182 Liegendringen folgten 162 Stehendringe. Hier lief es bis zum 16. Schuss nahezu perfekt. Doch zwei Treffer in der Sechs und eine Sieben begruben die Hoffnungen für eine Endkampfteilnahme. Mit 344 Ringen verfehlte er seinen erst im Mai aufgestellten Landesrekord nur um 4 Ringe. Obwohl er bei Kreis- und Landesmeisterschaften höhere Resultate erzielte, zeigte er sich nach dem Schießen mit dem 12. Platz zufrieden.

Die Schöneicher Schützen hatten sich deutlich mehr erhofft. Ralf Salzmann steigerte sich zwar zur Landesmeisterschaft deutlich, doch nur 153 Ringe im Liegendanschlag waren einfach zu wenig. Da er das Programm 1 Schuss zu spät auf Stehendanschlag umstellte, wurden ihm noch 2 Ringe abgezogen. Mit 287 Ringen beendete er als 108. den Wettkampf. Vizelandesmeister Winfried Tscheuschner hatte ebenfalls große Probleme. Während der zweiten Liegendserie verschob sich plötzlich das Trefferbild weit nach rechts, so dass hier nur 63 Ringe zu verzeichnen waren. Mit für ihn doch enttäuschenden 284 Ringen platzierte er sich direkt hinter seinem Mannschaftskollegen. Manfred Reichel hingegen überzeugte mit Platz 39. Wie schon 2017 erzielte der 59-Jährige mit seinem Schweizer K31 Ordonnanzgewehr 332 Ringe.

Deutscher Meister wurde Gregor Engbrecht 436 (359+77) aus Euskirchen, der schon nach dem Vorkampf die Topleistung erzielte. Platz 2 ging an Stefan Schiemann aus Niederschelden 434 (354+80) vor Christian Trumpf aus dem bayerischen Schongau 430 (352+78). Die Jüterboger (960) belegten im Mannschaftskampf den 14. Platz. Schöneiche (903) landete auf Rang 20. Den Sieg erkämpfte die Mannschaft des Pfälzer SSZ Lindersbach (1026).

Am 2. Tag musste Jörg Flemming mit Diopter – Visierung wieder als erster antreten. Doch früh herrschten noch Temperaturen um 5 Grad Celsius und er konnte seine Schießbrille, die mit Flüssigkeits-Membran-System ausgestattet ist, nicht richtig einsetzen. Das verunsicherte den erfahrenen Schützen doch sehr. Schon die erste Serie lag mit 84 weit unter seinem Niveau. Zwar kämpfte er sich mit 6 Treffern in der Zehn während der 2. Liegendserie (90) zurück, doch als ihm im stehenden Anschlag ein Schuss auf die Nachbarscheibe flog, waren alle Hoffnungen auf ein gutes Resultat dahin. Mit 306 Ringen und Platz 88 fehlten ihm 8 Ringe zu seinem Vorjahresresultat. Dombrowski steigerte seine Leistung beim Liegendschießen nochmals. Mit starken 185 Ringen lag er unter den Top 15. Doch wieder klappte der Stehendanschlag nicht. Die Hälfte seiner Schüsse flog ins Weiße und es kamen nur 133 Ringe Zustande. Mit Platz 74 und 318 Ringen gab es nur eine Position im hinteren Mittelfeld. Mit großen Erwartungen trat Sebastian Kienast an. Der Vizemeister des vergangenen Jahres tat sich im liegenden Anschlag recht schwer. Nach der 91er Startserie gab es doch einige Ausreißer in die Sieben und Acht. Mit nur 175 Ringen lag er zu diesem Zeitpunkt auf Rang 60. Doch wie so oft, zeigte er eine fantastische Stehendleistung. Mit 87 und 88 Ringen erreichte er wieder 175 Ringe und schoss das zweithöchste Resultat im gesamten Feld. Da ihm jedoch der erste Stehendschuss in die Fünf abflog, sollte es nicht mehr zu einem Endkampfplatz reichen. Mit sehr guten 350 Ringen hatten ihm nur 2 Ringe dazu gefehlt. Nach dieser tollen Aufholjagd belegte er den 10. Platz im Klassement.

Der Kreissportleiter des KSB Teltow Fläming – Potsdam-Stadt, Mark Koschnick, erreichte bei seiner ersten DM Teilnahme Platz 109. Der mit dem schwedischen M38 Karabiner startende Ludwigsfelder hatte vor allem beim Liegendschießen einige Ringe verpasst. Am Ende fehlten ihm mit 280 Ringen ganze 39 Ringe zu seinem Ergebnis der Landesmeisterschaft.

Deutscher Meister wurde überraschend der Oschatzer Andreas Radeck. Nach einem unglaublich starken Vorkampfergebnis von 366 Ringen (188+178) lag er schon 7 Ringe vor Johann Wagensonner aus Moosburg und dem Titelverteidiger Christian Trumpf. Beim Endkampf baute Radeck, der seine Qualifikation zur DM im Mai auf der Jüterboger Anlage schoss, auf 10 Ringe aus. Mit 449 (366+83) siegte er vor Wagensonner 439 (359+80) und Trumpf 438 (357+81). Trumpf hatte sich nach Stechschuss mit dem ringgleichen mehrfachen Deutschen Meister Matthias Mayer die Bronzemedaille erkämpft. In der Teamwertung gab es für die Flämingstädter Schützen mit 960 Ringen den 12. Platz. Meister wurde die Mannschaft des rheinischen St. Seb. SBr Villip mit 1045.

Frank Dombrowski

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