Nervenstarker Sebastian Kienast erringt bei DM Ordonnanzgewehr Silber

Beim Niedersächsischen Sportschützenverband in Hannover wurden zum 4. Mal infolge die Deutschen Meisterschaften  im Ordonnanzgewehrschießen mit offener und geschlossener Visierung ausgetragen. An der zweitägigen Veranstaltung beteiligten sich 243 Schützen aus 17 Landesverbänden. Mit 14 Zulassungen brandenburgischer Starter gab es etwas weniger als 2016. Alle BSB Starter, die sich qualifiziert hatten,  traten zu ihren Wettkämpfen an. Die Jüterboger waren mit 5 Schützen bei 8 Einzel- und 2 Mannschaftsstarts wieder stark vertreten. Sie reisten wie gewohnt einen Tag vorher an und konnten ihre Waffen auf den Ständen, auf denen sie ihr Programm zu bewältigen hatten, einschießen. Außer den Flämingstädtern hatten sich Schützen aus Schöneiche, Forst und Prieros für die Titelkämpfe qualifiziert. In jeweils 9 Durchgängen kämpften die Schützen auf maximal 15 Bahnen. Bevorzugte Waffen waren das beliebte Schweden Mauser M96, das britische Enfield,  das amerikanische Springfield oder das schweizer K31 Ordonnanzgewehr. Aber auch Exoten, wie das finnische M39 und das spanische FR8, kamen zum Einsatz.

Mit dem persönlich größten schießsportlichen Erfolg gingen für den Jüterboger Sebastian Kienast die Meisterschaften zu Ende. In einem hochspannenden Endkampf im Wettbewerb mit geschlossener Visierung konnte er sich die Vizemeisterschaft erkämpfen. Schon der 20+20 Schuss Vorkampf verlief für den 32 Jährigen optimal. Sein Ziel war es, nach 2013 wieder den Endkampf der besten 6 Schützen zu erreichen. Sehr guten 186 Liegendringen ließ er 167 im Stehendanschlag folgen. Mit 353 Ringen hatte er sich zwischenzeitlich den 4. Platz gesichert. Nun begann für ihn eine lange Wartezeit, da noch ca. 90 Schützen ihren Wettkampf bestreiten mussten. Nach mehr als 6 Stunden dann die Gewissheit, sich als Fünfter mit 9 Ringen Rückstand auf den führenden Johann Wagensonner  aus Moosburg (Bayern) qualifiziert zu haben. Bei diesem Endkampf mussten 2 Serien  zu je 5 Schuss in 90 Sekunden im stehenden Anschlag geschossen werden. Die Resultate wurden den Vorkampfergebnissen hinzugefügt. Da kein Tageslicht mehr vorhanden war, musste man die elektronischen Anlagen beleuchten. Exakt zum Startkommando setzte auch noch starker Regen ein.  Schon nach der ersten 5er Serie (44) wussten auch die Mannschaftskameraden, dass hier noch alles möglich sei. Kienast war zu diesem Zeitpunkt extrem Nervenstark, begann jeweils als erster zu schießen und war auch als Erster fertig.  In der 2. Serie folgten trotz einer Fünf gute 41 Ringe. Die 85er Endkampfserie bescherte ihm 438 Gesamtringe. Er schob sich von Platz 5 auf den 2. Platz nach vorn. Bei seiner 11. DM Teilnahme in dieser DSB Disziplin, errang er nach Jan Günther`s Bronzemedaille von 1999 die beste Einzelplatzierung eines Schützen der Jüterboger Gilde. Er verbesserte auch seinen 1 Jahr alten Landesrekord um 2 Ringe. Den Titel holte sich Christian Trumpf 446 (361+85) von der bayerischen FSG Schongau. Der mehrfache Deutsche Meister Matthias Mayer  vom rheinischen Bönning Rill (354+82) erkämpfte sich die Bronzemedaille. Der nach dem Vorkampf führende Wagensonner rutschte nach einer 65er Serie und einem Stechschuss (8:10) mit dem Schmöllner Thomas Beier auf den 5. Platz zurück.

Seine zweitbeste DM Leistung zeigte Frank Dombrowski. Mit Platz 61 und 325 Ringen, hatte er sein Vorjahresresultat um 9 Ringe gesteigert. Eine unglückliche 2 zum Ende der ersten Stehendserie hatte sein Resultat doch etwas eingetrübt. Dennoch zeigte sich der erfahrene Schütze sehr zufrieden, lief es beim Stehendschießen insgesamt doch wesentlich besser als zuvor. Mannschaftsschütze Jörg Flemming zeigte in diesem Wettbewerb nur eine durchschnittliche Leistung. Während des Liegendschießens hatte er bemerkt, dass er die Brille für das Stehendschießen aufgesetzt hatte. Das brachte ihn aus dem Rhythmus. Der künftige BSB Referent für Ordonnanzgewehr kam auf 314 Ringe. In beiden Anschlagsarten hatte er doch einiges verschenkt. Mit Rang 80 platzierte er sich unmittelbar vor seinem Teamkollegen Christoph Hermann. Dieser hatte bei seiner 2. DM Teilnahme 312 Ringe erzielt. Leider rutschte ihm eine Eins beim Liegendschießen raus. Vom SV Hubertus Prieros belegte Stephan Gall mit ausgeglichenen Ergebnissen in den beiden Anschlagsarten 310 Ringe und Platz 88. Nicht so gut lief es für die Forster Schützen. Sie blieben deutlich unter ihren Erwartungen. Jörg Schröter erreichte 281 und Rang 110, Olaf Blasek 280 und Rang 112 sowie Tobias Grosser 271 mit Platz 114.

Im Mannschaftskampf erreichten die Jüterboger mit 992 Ringen unter den 23 Teams wie im vergangenen Jahr den guten 10. Platz. Meister wurde Euskirchen mit 1047. Die Forster landeten mit 832 auf Rang 22.

Bereits einen Tag zuvor gingen 124 Schützen mit offener Visierung an den Start. Hier zeigte Jörg Flemming mit seinem Schweden Mauser M38 die stärkste Leistung im Team. Obwohl liegend nicht alles klappte, schoss er doch sehr stark stehend. Er setzte alles daran, den Landesrekord des Schöneichers Winfried Tscheuschner zu knacken. Und es gelang ihm. Die erst 1 Jahr alte Bestmarke wurde um 2 auf 339 Ringe verbessert. Mit Platz 22 erzielte er seine drittbeste Einzelplatzierung bei einer DM. Tscheuschner wollte sich nur 2 Stunden später revanchieren und sich den Rekord zurückholen. Doch es blieb ihm verwehrt. Dennoch stellte er seine alte Bestmarke ein und erreichte Platz 26. Sein Teamkollege Manfred Reichel erreichte nach einer guten Leistung beim Stehendschießen 332 Ringe und Platz 37. Einen großen Sprung nach vorn machte F. Dombrowski. 20 Ringe legte er zu und erreichte mit 324 Platz 59. C. Hermann kam mit 310 Ringen auf Platz 87. Nach dem Liegendschießen sah es für den Mannschaftsschützen Sven Bakus noch recht vielversprechend aus. Doch beim Stehendschießen flogen viele seiner Schüsse ins Weiße. Er hatte sich mehr als 286 Ringe und Platz 112 erhofft.

Deutscher Meister wurde Bernhard Hilb vom hessischen SV Hadamar 431 (352+79) vor Christian Trumpf 429 (356+73) und dem Euskirchner Gregor Engbrecht 425 (350+75). Mannschaftsmeister wurde Moosburg 1026 vor Rodalben (Pfalz) 1017 und Euskirchen 1017. Für die Jüterboger 949 hatte es hier nur zum 15. Platz gereicht.

Für mentale Unterstützung und gute Stimmung im Brandenburger Team sorgten auch wieder  mitgereiste Partnerinnen einiger Schützen. Ein herzliches Dankeschön geht hier an Christine Tscheuschner, Kerstin Reichel und Barbara Schilling.

Frank Dombrowski

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